4. Mai 2018 – Zu Tisch beim Luther – Leidet willig (Paulus)! Oder: Muss Schmerz sein?

Leidet willig (Paulus)! Oder: Muss Schmerz sein?

Haben Schmerzen einen Sinn? Sollten sie nicht eher ganz vermieden werden? Oder braucht es eine Portion Leid, um Mensch zu sein? Die Tradition christlicher Leidensmystik macht den Schmerz gar zum Kennzeichen guter, christlicher Frömmigkeit, in der Nachfolge des „Schmerzensmannes“.

Was Schmerz ist, welche Bedeutung er hat, wie er bekämpft werden kann und wo die Grenzen liegen, darüber denkt ein versierter Palliativmediziner mit uns nach.

Zu Gast ist Dr. Patrick Fischer, Palliativmediziner, Baden-Baden

 

Freitag, 4. Mai 2018, 19 Uhr

(Achtung: Terminänderung, nicht: 22.3.18!!)

Im „Lutherhaus“, Maximilianstr. 82, Baden-Baden

Eintritt frei, Spende am Ausgang willkommen

Anmeldung bitte bis 2. Mai 2018 im Pfarramt Luthergemeinde, 07221-97980, luthergemeinde.bad@arcor.de

Gedanken – Gar nicht so klein!

Vielleicht ist Ihnen das schon mal aufgefallen: Wer einen Hund sein eigen nennt, wird unwillkürlich kleiner: Denn es ist ein „Herrchen“, das dem Pudel zu platzen befiehlt, und ein „Frauchen“ wird vom theutschen Teckel durch den Wald geschleift. Seltsam, oder? Aber es sind eine Menge Verkleinerungen im Schwange: Auf schwäbische Mittagstische kommen einfach keine Spatzen, „Spätzle“ aber doch, wer ein „Quäntchen Glück“ hat, rechnet wohl nicht mit mehr (Wer weiß denn noch, was ein „Quant“ ist?), und Kinder werden „Märchen“ zugemutet, die kernig-kräftige Mär eher nicht.

„Diminutive“ nennen sich diese Worte grammatikalisch – Verkleinerungsformen (wobei „Diminutiv“ korrekt zu schreiben, geschweige denn auszusprechen, schon keine Kleinigkeit ist!). Da gibt es ganz nette: Ohrläppchen, Fischstäbchen, Rotkehlchen (es klänge doch auch wirklich übel: Ohrlappen, Fischstab, Rotkehl) – und ganz gemeine: Modepüppchen, kleines Würstchen, Bübchen. Das Evangelische Gesangbuch kennt auch ein paar Mini-Ausgaben: „Weißt du, wieviel Sternlein stehen, Mücklein spielen, Fischlein sich kühlen?“ Dabei sind die Himmelskörper doch Mordstrümmer, geht mir die dicke Mugg‘ auf den Geist, ist der fette Karpfen beleidigt, wenn er so was hört!

Sogar Gott kommt klein daher – jedenfalls bei meiner berlinernden Großmutter, die in Schrecksekündchen das Händchen vor das Mündchen schlug und „Ach, Jottchen!“ rief.

Sie war eine sehr weise Frau. Tatsächlich macht Gott sich klein; er begegnet uns auf Augenhöhe. Davon erzählt Jesu Lebensgeschichte, von der Geburt im Ställchen bis zur Auferstehung im Ostergärtlein, in seinem menschlichen Angesicht schaut Gott uns an und sagt: „Ihr seid mir nicht zu klein; ich bin an eurer Seite, ich gehe mit euch.“ Wir sind für Gott eben keine „Menschlein“, keine „armen Würstchen“, keine „Knäb- und Mägdelein“, wir sind die, die er liebt – und das ist etwas sehr, sehr Großes! Für Gott kommen wir im Diminutiv einfach nicht vor. Da beißt kein Mäuschen ein Fädchen ab!

Das gilt gerade dann, wenn es nicht mehr nur so ein bisschen „Ach, Gottchen!“ ist, das uns von den Lippen kommt, sondern wenn uns das schwere „Ach, Gott!“ ganz hart auf der Seele liegt und wir kein Wörtchen mehr hervorbringen. Gott hat uns im Blick (und ein „Blickchen“ gibt es nun mal nicht); Gott reicht uns seine Hand – und er hat einfach ein Händchen für die, die er sich zu Herzen gehen lässt. Das sind wir.

 

Thomas Weiß

Evang. Pfarrer

Luthergemeinde Baden-Baden

 

Protestantismus im Aufwind – weltweit

Hätten Sie das gedacht? Die Zahl der Protestanten wächst stark – weltweit. Eine Tatsache, die im Rahmen des Reformationsjubiläums kaum erwähnt wurde. Zwar glaubt eine wachsende Zahl von Deutschen, einer Allensbach-Umfrage zufolge, dass unser Land stark durch christliche Werte geprägt ist. Im Alltag spielt das leider aber keine große Rolle mehr. Sowohl katholische wie auch evangelische Kirche haben in Deutschland in den letzten Jahr- zehnten viele Mitglieder verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten mehr als 90% der Deutschen in Ost und West einer der beiden großen christlichen Konfessionen an, bei der Wiedervereini-gung waren es noch 72%. Heute sind noch 55% der Deutschen Mitglieder der evangelischen oder katholischen Kirche.

Der Protestantismus prägte nach der Reformation die Entwicklung des modernen liberalen Westens. Er ist auch heute auf dem Vormarsch – weltweit. Die Zahlen
sind beeindruckend. Nach einer Analyse der Zeitschrift Economist (dem englischen Äquivalent zu Der Spiegel) hat sich die Zahl der Protestanten von 1970 bis
2015 dramatisch erhöht – überall auf der Welt mit Ausnahme Europas.

„Protestantismus“ ist ein vielschichtiger Begriff für viele evangelische Konfessionsrichtungen. Man versteht unter Protestantismus die Kirchen, die nach der Reformation unter diesem Begriff (der erstmals 1529 beim Reichstag in Speyer verwendet wurde) zusammengefasst werden. Kernpunkte des protestantischen Glaubens sind drei Überzeugungen: Allein durch Glaube, allein durch Gnade, allein durch die Schrift

In Europa wohnen heute 13% der weltweiten Protestanten. Die eigentlichen „Hochburgen“ des evangelischen Glaubens sind heute die Entwicklungsländer. Nigeria hat doppelt so viele Protestanten wie Deutschland. Über 80 Millionen Chinesen wurden in den letzten 40 Jahren Protestanten.

Nun gibt es viele Richtungen im Protestantismus. Am stärksten wachsen die evangelikalen Richtungen, die die Notwendigkeit einer spirituellen Wiedergeburt und die biblische Autorität betonen.

Unter dem Protestantismus in den Entwicklungsländern sind die Pfingstbewegungen (englisch: Pentecostal) besonders stark verbreitet. Sie weisen auf das Pfingstfest hin, das an die im Neuen Testament berichtete Ausgießung des Heiligen Geistes in der Urgemeinde in

Jerusalem erinnert. Ihre Art des Glaubens ist charismatisch. Die Taufe findet bei ihnen als Glaubenstaufe, also nicht bei unmündigen Kindern, statt.

Wenn die Zahl der Muslime in den letzten 15 Jahren um 1,9% jährlich wuchs, solag das vor allem an deren hoher Geburtenrate. Die Zahl der Protestanten wuchs laut Economist noch stärker, um 2,2%. Das starke Wachstum der Protestanten resultierte dagegen primär durch Konversion vom Katholizismus oder -wie inChina- durch Abkehr vom Atheismus. Etwa die Hälfte der heutigen Protestanten in Lateinamerika wurde nicht im evangelischen Glauben erzogen.

Die Orte, an denen der Protestantismus besonders lebendig und politisch ein- flussreich ist -wo in der Kirche darum gerungen wird, was recht ist und was die Bibel verlangt, wo Stellungsnahmen und Gegen-Erklärungen gemacht werden etwa so wie in Luthers Zeiten- liegen meistens dort, wo die protestantischen Kirchen ihren Außenseiter-Status behalten haben. Das Wachstum in China vollzieht sich z.B. in einem Umfeld staatlicher Behinderung, aus welcher die
christliche Bewegung Kraft zieht. Die Schlussfolgerung des Economist: „Wo immer anmaßende Herrscher mit Menschen zusammenprallen, die ihr Recht auf religiöse Freiheit einfordern, wird Luthers spaltender, dynamischer Geist eine Inspiration sein, die noch lange in der Zukunft wirken wird“.
Martin Dreger

 

Besuch kommt! – Visitation im Juli

Etwa alle sieben Jahre wird eine Gemeinde von einer Delegation der Leitung des Kirchenbezirkes besucht: Visitation.

Eine vier- bis fünfköpfige Gruppe, geleitet vom Dekan oder einem Stellvertreter, schauen vorbei: Die Verwaltung der Gemeinde wird geprüft – aber damit hat es sich schon mit „Kontrolle“. Vor allem geht es bei einer Visitation darum, zu sehen, wo sich die Gemeinde gerade be- findet, wie sie in ihren Stadtteil eingebettet ist, was ihre Grenzen und ihre Möglichkeiten sind, wie sie ihre Zukunft gestaltet. Die Visitationskommission fragt nach, berät, erarbeitet – zusammen mit dem Ältestenkreis – „Zielvereinbarungen“.

Vom 23. Juli bis zum 29. Juli wird unsere Luthergemeinde besucht, die Kommission wird von Schuldekan Mödritzer geleitet werden.

Dies ist unser Terminplan:
Am 23. Juli erfolgt die Überprüfung der Verwaltung, eine Gebäudebegehung findet statt, der Gemeindebeirat (alle Mitarbeitenden der Gemeinde) kommt mit der Visitationskommission zusammen, anschließend trifft sich der Ältestenkreis mit der Kommission – ohne den Pfarrer.

Am 25. Juli besucht die Kommission den Ökumenischen Schulgottesdienst in der Lutherkirche (Schuljahresschluss), daran schließt sich das persönliche Gespräch
mit dem Pfarrer Thomas Weiß an, und ein Besuch mit Führung im Kinder- und Jugendheim.

Der 26. Juli bleibt der Sitzung des gesamten Ältestenkreises mit der Kommission vorbehalten, bei die „Zielvereinbarungen“ diskutiert und formuliert werden.

Schließlich gipfelt die Visitation im Visitationsgottesdienst am 29. Juli um 10 Uhr in der Lutherkirche, an den sich eine Gemeindeversammlung anschließt, in der die „Zielvereinbarungen“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden

Freitag, 29. Juni 2018, 20 Uhr – Unter Sternen

(Benefizveranstaltung!)

Meeresstille der Seele – Impressionen
Worte und Klänge

mit:
Susanne Sadallah
Melissa Corselli,
David Wirtz,
Jessica Rottschäfer
Pascal Jecht
(Okeaniden, Wasserelfen)
Lucia Rojnici, Gesang
Janina Jammerthal, Querflöte
Christian Seiler, E-Gitarre
Jan Dycke, E-Bass
Katharina Fehler, Keyboard
(Musikalische Gestaltung)
Leitung und Konzeption: Katharina Fehler

Freitag, 29. Juni 2018, 20 Uhr
Lutherkirche Lichtental (Haupstr. 51)
Eintritt frei, Spenden am Ausgang willkommen
Die Spenden kommen der Renovierung der Furtwängler-Orgel in der Lutherkirche zugute.