Vorverkauf beginnt – Reformationskonzert Philharmonie Baden-Baden am 21. Juni 2017

Das musikalische Ereignis des Reformationsgedenkens in der Evang. Kirchengemeinde in Baden-Baden ist das Reformationskonzert der Philharmonie Baden-Baden – geleitet von Pavel Baleff, am 21. Juni 2017 um 19 Uhr in der Evang. Stadtkirche am Augustaplatz. Unter dem Titel „Wie Reformation klingt“ kommen die Reformationssymphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy und Werke von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Zwischen den Musikstücken sprechen Eva Irion, Bettina Müller-Hesse und Karl-Rudolf Menke Bemerkens- und Bedenkenswertes aus der Zeit der Reformation. Der Eintritt kostet 20 €, der Vorverkauf in der Buchhandlung Straß und im Pfarramt der Evang. Luthergemeinde (Schafbergstr. 2a, 07221- 97980) hat begonnen. Karten sind auch an der Abendkasse erhältlich.

Lifestyle

Er kommt so etwa alle drei Wochen, der „Ich bin aber der Allerbilligste Shop!“-Katalog mit seinen „Markenartikeln zu Bestpreisen“, aus dem ich vor Jahren mal etwas bestellt habe. Seither bin ich (wahlweise) „Premiumkunde“, „unser hochgeschätzter Kunde“ oder „ein treuer Freund unseres Hauses“. Tja, so schnell geht das mit der Wertschätzung! Da hab ich mal irgendwann zwei, drei Polohemden gekauft (in Weiß, für unter den Talar) – und schon zähl ich was.
Eigentlich landet das bunte, merkantile Bildwerk gleich im Papierkorb, aber manchmal blättere ich es durch … und mache bereichernde Entdeckungen. Also: bereichernd mehr für mich als für das Management des versandfreudigen Shops. Denn da gibt es zum Beispiel „Trekkingschuhe für alle Anforderungen“ – die kann ich sicher gut gebrauchen, denn die Anforderungen in Stadt und Land, in Seele und Welt sind groß! Oder da sind die Hemden aus „High-Tech-Gewebe für ein optimales Tragegefühl“! Wunderbar: Wenn ich an meinen Sorgen zu schwer zu tragen habe, kleid ich mich einfach in den hochtechnologischen Zwirn und gleich wird alles luftig und leicht.
Am besten aber gefällt mir der „innovative Freizeitschuh mit Lifestyle-Philosophie“. Ein Philosophenschuh kommt mir gerade recht, wenn ich fragen muss, was mein Leben für einen Sinn hat, wie Mensch-Sein richtig geht und ob die Welt, wie sie ist, eine Zukunft hat.
Ich fürchte nur, auch die Philosophentreter aus dem Billig-Shop sind keine Siebenmeilenstiefel, mit denen ich die Nöte einfach hinter mir lassen könnte, und sie haben keine Flügel wie die Pumps von Mercurius, dem Überflieger. Vielleicht bin ich drum nicht der Idealkunde vom „Preisvorteil“-Versand, weil ich zweifle, dass es mit „Lifestyle“ und „Philosophie“ getan ist.
Ich schau mich nach anderen Schuhen um, ich traue eher – den Jesuslatschen. Oder, etwas pastoraler formuliert: den Spuren Gottes in unserer Welt. Jesus hatte es nicht so mit Lifestyle, aber er lebte mitten unter den Menschen, einer von ihnen; ein Zimmermann, der in Sandalen über die staubigen Straßen ging. Und sein Stil war: Menschennähe.
Das ist eben Gottes Stil: Immer an unserer Seite, egal, mit welchem Schuhwerk wir gerade unterwegs sind. Und die großen und kleinen Fragen unserer Zeit und unseres Lebens werden nicht mit „funktionellem Allround-Design“ und „Traumpreisen“ gelöst, sondern mit Nähe, Zuwendung, Liebe. So wird ein Schuh draus: Lebensstil-Theologie!

Thomas Weiß
Evang. Pfarrer
Luthergemeinde Baden-Baden

21. Mai 2017, 18 Uhr – A thousand kisses deep

A thousand kisses deep

Ein poetisch-musikalischer Abend von und mit

Antje Keil (Stimme/Schauspiel/Gesang)
Johannes Weigle (Klavier/Musiksäge und percussive Instrumente)

Antje Keil und Johannes Weigle präsentieren ein Programm voller Überraschungen mit Liebeslyrik und Liebesliedern. Erlesene Fundstücke aus verschiedenen Zeiten feiern das Fest der Liebe: mal erfülltes, mal zerbrechliches Lieben, Abgründe und Höhenflüge, Hingabe, aber auch Widerstände und Brüche komponiert zu einer Performance aus Poesie und Musik

 21. Mai 2017, 18 Uhr

Lutherkirche (Hauptstr. 51), Baden-Baden/Lichtental
Eintritt frei, Spende am Ausgang willkommen

Die Karwoche in der Lutherkirche 2017

Holterdipolter Ostersonntag, 16. April 2017, 10 Uhr Gottesdienst mit Gedächnismahl

OsterLICHTnester Osternacht, 15. April 2017, 21 Uhr

Was du heute kannst besorgen Karfreitag, 14. April 2017, 10 Uhr
Gottesdienst mit Gedächtnismahl, mit dem Chor: Collegium Musicum, unter der Leitung von Bernhard Moncado

Zeigt her eure Füße Gründonnerstag,
13. April 2017, 18 Uhr Gottesdienst mit Gedächtnismahl

Hoppe, hoppe, Reiter
Palmsonntag, 9. April 2017, 18 Uhr Abendgottesdienst

Gedanken: Opium des Volkes

Religion ist Opium des Volkes – sagte dereinst Karl Marx (nicht der Kardinal, Sie wissen schon, der mit dem Kommunistischen Manifest, über den gerade ein Film in den Kinos zu sehen ist), und mag ja sein, dass er damit so ein bisschen Recht hat(te). Auch Heinrich Heine, Marxens Zeitgenosse, schimpfte über das „Eiapopeia im Himmel“, das die Gemüter des Volkes, des „großen Lümmels“, beruhigen sollte. Religion als Ersatzdroge, Religion, um die Leute zu beschwichtigen bei schwierigen Lebenslagen, Religion, um das Protestpotential gering zu halten – alles denkbar und – wenn’s denn so stimmt – höchst kritikwürdig.

Aber mal ehrlich: Wer braucht denn noch Religion, wenn er „Let’s dance“ und „Sturm der Liebe“ hat? Wer muss sich fromm beruhigen, wenn er in Stadien Fußballliturgien feiern kann und sich in „Gute Zeiten, schlechten Zeiten“ so richtig tränenselig anrühren lassen kann? Die rechten Parolen und alles, was mit einfachen Lösungen populistisch daherkommt, ersparen doch fein herrlich jeden Glauben, der bedacht sein will, da bleibt doch mancher vor dem anstrengenden Nachdenken freundlich bewahrt.

Religion? Wer braucht schon Religion? Ich will’s Ihnen sagen: Alle, die sich eben nicht einlullen lassen möchten, die den Herausforderungen ihres Lebens und unserer Zeit eine Stirn bieten möchten, hinter der sich etwas regt. Alle, die sich ihrer Phantasie nicht berauben lassen möchten, die Ideen haben wollen für eine Zukunft jenseits von Sachzwang und Verzweckung. Alle, für die ein Mitmensch nicht bloß Verbraucher, Fremder, Kunde oder Wähler ist, sondern eben: Mensch, ein Nächster, eine Nächste, ausgestattet mit Würde und Wert.

Und das bietet Religion? Schauen Sie mal: „Eure Rede sei: Ja, Ja oder Nein, Nein – alles andere ist Geschwätz!“ (Jesus); „Prüft alles, das Gute behaltet.“ (Paulus); „Was ist der Mensch? Mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt!“ (Psalm 8); „Nehmt einander an!“ (Paulus); „Selig, die Frieden stiften, die hungert nach Gerechtigkeit!“ (Jesus); „Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein.“ (Jesaja). Noch Fragen?

Vielleicht die: Bin ich einer, der sich lieber einlullen lassen will von irgendeinem „Opium des Volkes“, oder eine, die sich lieber aufmacht und eigene Wege geht: bewusst, aufmerksam und vielleicht ein bisschen fromm, Gott zugewandt? Sie entscheiden das.

Thomas Weiß
Evang. Pfarrer
Luthergemeinde Baden-Baden