29. Januar 2017, 10 Uhr – Nägel mit Köpfen. Die Baden-Badener Thesentür

Ob Luther tatsächlich den Hammer geschwungen und seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirchentür genagelt hat, ist nicht ganz eindeutig belegt. Aber: Ganz eindeutig haben wir in Baden-Baden – 500 Jahre nach Luthers Gehämmere – eine neue Thesentür. Im Lauf des Jahres kann, wer immer mag, seine und ihre eigenen Thesen zu Gott und der Welt anheften und so (zu den Öffnungszeiten der Stadtkirche) zur Diskussion stellen: Pfiffiges und Gewitztes, Ernstes und Bedächtiges, Herausforderndes und Bedenkliches, wie’s beliebt. Um wem’s beliebt, der liest es und lässt sich anregen. Mit dem Gottesdienst wird die Thesentür aufgestellt und ihrer Bestimmung übergeben. Zeitgleich werden in den Kirchen der Friedens-, Luther-, Paulus- und Stadtkirchengemeinde „Glaubenstüren“ ausgestellt werden, Objekte eines Kunstprojektes des Förderkreises für Kunst und Kirche e.V. (Bad Schönborn und Bruchsal).

 

Mitwirkende: Pfrin. Marlene Bender, Dekan Thomas Jammerthal, Pfr. Thomas Weiß
Termin: 29. Januar 2017, 10 Uhr
Ort: Evang. Stadtkirche (Augustaplatz), Baden-Baden
Veranstalterin: Evang. Luthergemeinde Baden-Baden, Evang. S

Für Sie gelesen: Brigitte Glaser, Bühlerhöhe

Roman, Listverlag 2016, 448 S.

Während das Schlosshotel Bühlerhö- he noch immer im Dornröschenschlaf dahindämmert, erscheint dieses Buch von Brigitte Glaser, einer Autorin, die am Rand des Schwarzwaldes aufgewachsen ist und diesen nördlichen Schwarzwald seit ihrer Jugend in- und auswendig kennt. Es ist ein begeisternder historischer Schmöker, der mit viel Liebe diese Landschaft zwischen Hundseck und Bühlerhöhe schildert, wie sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu erleben war.

Thema ist ein geplantes Attentat auf Konrad Adenauer, der auf der Bühlerhöhe viele Jahre lang im Sommer seine Ferien verbrachte. Es ist die Zeit, in der dieser Kanzler das erste große Wiedergutmachungsgesetz durch den Bundestag zu bringen versuchte. Kräfte aus alten, noch immer aktiven Nazi-Seilschaften auf der einen und einige Gruppen aus dem neuen Israel auf der anderen Seite versuchen, dieses Gesetz zu Fall zu bringen – fiktiv in diesem Buch durch ein geplantes Attentat, von dem der jüdische Geheimdienst Mossad allerdings noch rechtzeitig erfahren hat. Er holt eine Agentin aus dem Kibbuz, die als deutsche Jüdin dem Holocaust entkommen war, und schickt sie als Sommergast auf die Bühlerhöhe, um das Attentat zu verhindern. Sie ist vor dem Krieg mit ihrer Familie oft im Sommer dort zum Urlaub gewesen und kennt sich deshalb gut aus.

Sie ist die eine von drei weiblichen Hautpersonen in diesem Buch. Die zweite ist Hausdame im Schlosshotel und trägt ihre Geschichte als Deutsche im Elsass mit in die Handlung ein. Und dann ist da noch das Hausmädchen Agnes, das auf der Hundseck arbeitet. Sie ist aus der Gegend und trägt mit ihrer Schwester das Schicksal vieler von den französischen Besatzern vergewaltigten Frauen. In die spannende Handlung hineingewebt ist die Entstehungsgeschichte des Hotels, sind die Schicksale der Juden in Deutschland und dann im neu gegründeten Staat Israel, ist der Horror der ersten Besatzungszeit und schließlich die Geschichte der Deutschen im Elsass in Kriegs- und Nachkriegszeit. Dass eine Waffenhändlergruppe in den beiden Hotels agiert, dass es einen seltsamen Mord gibt, der lange ein Rätsel bleibt, und dass verschiedene Liebesgeschichten ihre Spuren hinterlassen, das gehört zur Romantik des Romans. Aber nichts ist übertrieben aufgetragen.

Es bleibt spannend bis zum Schluss. Und natürlich verhindert die Heldin das Attentat gerade noch im letzten Augenblick.

Ein wunderbar spannender, informativer Roman, der uns als Baden-Badener vielfach berührt – weil alles, örtlich und zeitlich, so nahe ist.

Hans-Ulrich Carl

2. Juli 2017 – Goldene Kondirmation

Es ist eine sehr erfreuliche Tradition – die Feier der Goldenen, Diamantenen, Eisernen und sogar Kronjuwelenkonfirmation, die wir in der Luthergemeinde sehr gerne pflegen. Leider erreichen wir durch unsere dürftigen Möglichkeiten nicht immer alle, die dazu gehören. Oft hat sich bei den Frauen durch Heirat der Nachname geändert, aber auch bei den Herren gibt es Änderungen, die wir hier im Büro nicht nachvollziehen können und wir sie deshalb nicht finden können. Schon ein Umzug in eine andere Kirchengemeinde der Stadt Baden-Baden kann dies zur Folge haben. Also versuchen Jubilare gesucht wir nun auf diesem Weg, möglichst viele Konfirmandenjubilare für 2017 zu erreichen. Gleichzeitig möchten wir alle bitten, die in anderen Gemeinden konfirmiert wurden, dorthin aber keine Verbindung mehr haben und doch gerne ihr Konfirmationsjubiläum feiern möchten, sich bei uns zu melden. Es wäre wunderbar, wenn wir im nächsten Jahr eine richtig große Jubiläumskonfirmandenschar am 2. Juli in der Lutherkirche begrüßen dürften.

Kulturfonds der Luthergemeinde Lichtental

Anfang des Jahres 2016 wurde dazu aufgerufen, in einen Kulturfonds der Luthergemeinde zu spenden – da unser „Kulturleben“ an und in der Kirche höchst lebendig ist, immer wieder große Aufmerksamkeit findet und interessiert wahr genommen wird. Indem aber kirchliche Kulturarbeit regelmäßig auch Defizite einspielt, war ein Kulturfonds, der unterstützt und fördert, sehr hilfreich.

Hier eine kleine Bilanz: Seit März 2016 wurden in den Kulturfonds insgesamt 4.050 € gespendet, ausgegeben wurden bisher 1.268 €.
Damit konnten diverse „Gottesdienste MUSIK PLUS“ und künstlerische Angebote in der Lutherkirche finanziert werden. Insgesamt hilft der Fonds dabei, dass wir unsere Veranstaltungen mit freiem Kulturfonds der Luthergemeinde Lichtental Eintritt, also gerade auch für den kleinen oder fast leeren Geldbeutel anbieten können. Damit werden wir dem Anliegen einer “gesellschaftlichen“ oder „kulturellen Diakonie“ durchaus gerecht. Den Spenderinnen und Spendern sei für Ihr Engagement sehr, sehr herzlich gedankt!

Und wir freuen uns, wenn Sie den Kulturfonds wieder oder zum ersten Mal unterstützen und so die Lebendigkeit unserer Kirche und Gemeinde und die Zugänge zu Kultur und Begegnung an der Kirche fördern!

Freitag, 3. Februar 2017, 19 Uhr – Zu Tisch beim Luther

Wer’s glaubt …, oder: Was bedeutet das Apostolische Glaubensbekenntnis heute (noch)?

Das Credo, das Apostolische Glaubensbekenntnis, ist einer dieser alten, kirchlichen Worte, die im Gottesdienst oft gesprochen werden – und kaum noch hinterfragt oder in Bausch und Bogen verworfen. Im Gespräch wird zu entdecken sein, was daran (noch) hilfreich und gültig, oder allzu alt und erklärungsbedürftig ist.

 

Zu Tisch beim Luther

Bei „Zu Tisch beim Luther“ wird die Tradition der Tischreden Martin Luthers aufgegriffen: Bei einem einfachen, gemütlichen Abendessen kommen die Teilnehmenden in ein offenes Gespräch über Themen unserer Zeit. Dabei geht es nicht um die einzig richtige Erkenntnis oder die zeitlose Wahrheit – der Austausch, das Aufeinander-Hören sind das erste Ziel der Abende.

 

Lutherhaus, Maximilianstr. 82, Baden-Baden / Lichtental, Eintritt frei, Spende erbeten